Historik der Löschgruppe 102

Die Freiwillige Feuerwehr Löschgruppe 102 ist die älteste Freiwillige Feuerwehr Nordrhein-Westfalens. Das Gründungsjahr 1859 ist anerkannt. Bevor die Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr in Duisburg seit der Gründung bis heute behandelt wird, bestand die Löschgruppe 102 aus vier ehemals selbstständigen Löschzügen. Der Turnerfeuerwehr, 1.Zug (innere Stadt), 2.Zug (Duissern) und der 3.Zug (Neudorf). Durch die aufkommende Industrie im duisburger Raum und die damit verbundene Steigerung der Einwohnerzahl und Errichtung zahlreicher Gebäude, vornehmlich innerhalb der Stadtmauer, erwies sich der Feuerschutz als unzureichend. Angeregt durch süddeutsche Turnvereine wurden innerhalb des Duisburger Turnvereins von 1848 im Jahre 1853 Stimmen laut, eine Feuerwehrabteilung zu bilden. Nach dem Gründungsjahr 1859 wurde im Jahr 1860 eine Saugbrandspritze der Turnerfeuerwehr zugeteilt. Die junge Wehr, nicht einmal mit dem aller Notwendigsten versehen, erntete ungeteilten Beifall bei der Bevölkerung. Zu Beginn des Jahres 1864 wurde die Städtische Freiwillige Feuerwehr gegründet. Eine Statistik des Jahres 1867 ergibt, das im Innern der Stadt die Feuerwehr aus 4 Kompanien besteht. In den Außenbezirken sind es mit Duissern (7.Komp.), Neudorf (6. Komp.), Hochfeld und Neuenkamp ebenfalls 4 Kompanien. Die Gründungsdaten von Duissern (1865), Neudorf und Hochfeld (1869) sowie Neuenkamp (1872) sind bekannt.

Das Jahr 1876 brachte eine völlige Umorganisation der Feuerwehr der inneren Stadt. Durch die Einrichtung der Wasserleitung wurde eine neue Feuerlöschordnung geschaffen, welche zum Zusammenschluß innerhalb der Stadtmauer bestehenden 2., 3. und 4. Kompanie der Städt. Freiw. Feuerwehr zum Rettungschorps führte. Die Wehr in Duissern wurde 3.Spritzenzug, die in Neudorf  2.Spritzenzug. 1903 erfolgte die Gründung der Berufsfeuerwehr, welche am 01.04.1904 den Dienst aufnahm. Die Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr erfuhr eine wesentliche Verbesserung. Viele Wehrmänner wurden durch eine Alarmglocke mit dem Depot der Berufsfeuerwehr verbunden. Am 03.04.1908 erfolgte die Namensänderung, vom Rettungschorps zum 1.Löschzug . Die Wehr in Duissern wurde 2.Löschzug, die in Neudorf 3.Löschzug.

Im 1.Weltkrieg waren viele Wehrmänner an der Front. Einige kehrten nicht heim oder fanden am Ende nicht mehr den Weg zur Feuerwehr. So gab es reichlich Arbeit für die der Turnerwehr verbliebenen Mitglieder, den Kontakt mit der Bevölkerung wieder zu beleben und vor allem jungen Mitglieder zu werben. Infolge der Geldentwertung konnte kein Gerätewagen beschafft werden, so daß ein notwendiger Wagen selbst gefertigt wurde. 1929 kam es zur Vereinigung der Städte Duisburg, Hamborn sowie Teile der Bürgermeisterei Angermund.

Handspritze Karl Metz
Handspritze von Karl Metz aus dem Jahr 1830
Dann kam das Jahr1933. Die Freiwilligen Wehren,
welche bisher in Duisburg aus 2 Wehren mit 9 Löschzügen
(Turnerwehr und Städtische Freiwillige (Feuerwehr), in
Ruhrort aus einer Wehr mit 3 Kompanien, in Meiderich
aus einer Wehr mit 3 Löschzügen, in Duisburg-Süd aus
einer Wehr mit 10 Löschzügen und in Hamborn aus einer
Wehr mit 5 Kompanien bestand, wurden aufgrund des
Gesetzes über das Feuerlöschwesen vom 15.12.1933
im Rahmen des Kreisfeuerwehrverbandes zu einer
Feuerwehr zusammengeschlossen. Die Turnerfeuerwehr
wurde vom Turnverein abgetrennt und erhielt später die
Bezeichnung 1.Halblöschzug (Turner). Die Bezeichnung
der Wehr in Duissern wurde in 3.Halblöschzug, der Wehr
Neudorf in 4.Halblöschzug geändert.


Bis 1945 wurden die Führer nicht mehr gewählt, sondern von der Behörde ernannt. In der Zeit von 1933-1937 wurden die vereinigten Wehren vom Branddirektor der Berufsfeuerwehr und dem Kreiswehrführer der Freiwilligen Feuerwehr geführt. Ab 1938 war der Berufsbranddirektor gleichzeitig Kreiswehrführer. Damit war das Führungsproblem im Sinne der Machthaber vollkommen gelöst. Im 2.Weltkrieg waren die wehrfähigen Wehrmänner bald eingezogen. Im Verein mit den älteren verbliebenen Wehrmänner haben Jungen der HJ, welche zum Löschdienst eingeteilt waren, außerordentliches geleistet. Nach dem Krieg haben die Freiwilligen sofort, soweit ihre Geräte noch vorhanden waren, den Dienst wieder aufgenommen. Das inzwischen abgerissene Gerätehaus an der Goldstraße war nur geringfügig beschädigt und alle Geräte noch vorhanden. Mit dem Datum vom 11.06.1945 wurde die Freiwillige Feuerwehr Duisburg durch den Oberbürgermeister in Verbindung mit der Berufsfeuerwehr neu organisiert. Turnerfeuerwehr und der 1.Zug der Städt. Freiwilligen Feuerwehr wurden zur Gruppe 1 Stadtmitte zusammengeschlossen. Damit hat die Turner feuerwehr als eigenständige Wehr aufgehört zu existieren und wurde endgültig in die Städt. Freiw. Feuerwehr überführt. Sie hat 86 Jahre bestanden.

Bei der Neuordnung des Feuerlöschwesens wurden die beiden Halblöschzüge 3 Duissern und 4 Neudorf zur Gruppe 1 Neudorf-Duissern zusammengeschlossen. Im August 1955 schloß sich die Gruppe 1 Stadtmitte der Gruppe 1 Neudorf-Duissern an, zur Gruppe 1 Mitte. Mit Einführung der Datenverarbeitung änderte sich die Bezeichnung zunächst in Gruppe 7, um nach der Gebietsneuordnung 1975 in Gruppe 102 benannt zu werden. Im November 1968 wurde eine Halle an der Sternstraße in Bucholz als Unterkunft zugewiesen. Am 15.09.1978 konnten 2 renovierte Räume der ehem. Mühlenwerke am Alten Markt als Unterkunft genutzt werden. Im August 1983 wurde dann der Umzug in die heutige Unterkunft an der Adolf-Wagnerstraße in Wanheimerort vollzogen.

Der Dank gilt dem Chronisten W. Furthmann (Oberbrandmeister a. D.) für die jahrzehnte lange Zusammentragung von Daten und Fakten.

nach oben